Wissenschaftspreis ConSozial 2016

Ehrung der Preisträger des ConSozial Wissenschaftspreises

Zum neunten Mal ist der ConSozial Wissenschafts-Preis vergeben worden, der herausragende Arbeiten im Sozialbereich würdigt.

In der Kategorie ‚Nachwuchs‘ konnte Monika Walbröl mit ihrem Thema die Jury überzeugen, während in der Kategorie ‚Wissenschaft‘ Dr. Laura Dobusch mit Ihrer Promotion an der TU München gewann. Für sein Lebenswerk wurde Prof. Dr. Dr. Hans Thiersch gewürdigt.


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v.l.n.r.: Bayerische Staatsministerin Emilia Müller, Dr. Laura Dobusch, Monika Walbröl,
Prof. Dr. Dr. Hans Thiersch sowie Sandra Loew, Geschäftsführerin
Dr. Loew Soziale Dienstleistungen.


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Prof. Dr. Dr. Hans Thiersch

Für sein Lebenswerk wurde Prof. Dr. Dr. Hans Thiersch gewürdigt.

Hans Thiersch hat, neben einer Vielzahl von Publikationen, die grundlegend für eine wissenschaftlich fundierte Sozialpädagogik waren, Ende der 1970er Jahre den Begriff der Lebenswelt- bzw. Alltagsweltorientierung geprägt. Dieses Konzept der Lebensweltorientierung wurde besonders in den 1990er Jahren für die Theorien sozialer Arbeit und deren praktische Umbesetzung strukturbildend.

Begriffe wie Alltagsnähe, Regionalisierung, Prävention, Integration und Partizipation fanden über seine Forschung Eingang in sozialberufliche Handeln. Hans Thiersch ist Mitherausgeber der Zeitschriften Neue Praxis und Sozialwissenschaftliche Literaturrundschau.

Von 1970 bis zu seiner Emeritierung 2002 war er Professor für Erziehungswissenschaft und Sozialpädagogik an der Universität Tübingen.



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Dr. Laura Dobusch

Diversity Limited - Inklusion, Exklusion und Strategien der Grenzziehung mittels Praktiken des Diversity Management

Mit diesem Thema promovierte Dr. Laura Dobusch an der TU München und bewarb sich auch in der Kategorie ‚Wissenschaft‘ für den ConSozial Wissenschafts-Preis.

Affirmative Diversitätssemantiken, in denen Vielfalt und Heterogenität als Potenzial dargestellt werden, verzeichnen in unterschiedlichen Gesellschaftsbereichen seit Anfang der 2000er Jahre eine zunehmende Verbreitung. Die explizit wertschätzende Anerkennung von Vielfalt scheint demnach die Mitte der Gesellschaft erreicht zu haben. Sie ersetzt (sozial-)politische Handlungsmaximen wie die der Homogenisierung und Assimilierung zwar nicht, stellt aber ein alternatives Deutungsrepertoire im Umgang mit identitätsbezogenen Differenzen bereit. Analog zur steigenden Popularität diversitätsaffirmativer Diskurs-Praxis lässt sich ein wachsendes wissenschaftliches Interesse an diesem Thema feststellen.

Aus der Jury-Begründung: „Die Arbeit leistet einen wichtigen und hochaktuellen Beitrag zur Analyse und Selbst-Reflexion dieses neuen betrieblichen Aktionsfeldes. Sie demonstriert in der außerordentlich reflektierten und klar strukturierten Studie sehr beeindruckend, dass sie nicht nur das theoretische und methodische Handwerkszeug zur wissenschaftlich empirischen Arbeit selbständig souverän beherrscht, sondern präsentiert auch Ergebnisse, die sachlogisch zwingend in einem Pionierbereich der strukturellen Verortung von Diversitätsforschung weiterführende Fragen eröffnen und für die Praxis des Diversity Management brisante Fragen hinsichtlich potenzieller Asymmetrien des eigenen Handlungsfeldes aufwerfen.“

> Download Dokumentation zur Arbeit von Dr. Laura Dobusch


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Monika Walbröl

Weinklusion – eine inklusive Unternehmenskonzeption am Beispiel des Landwirtschaftssektors Weinbau

Mit dieser Masterarbeit an der Kath. Hochschule Münster überzeugte Monika Walbröl die Jury.

Aufgrund der gesellschaftlichen Veränderungen, insbesondere des demographischen Wandels, der aktuellen Zuwanderung, der Haushaltskonsolidierung und den damit einhergehenden Kürzungen von Sozialleistungen, werden die Anforderungen an das soziale Sicherungssystem in den Bereichen Alter, Krankheit und Behinderung zunehmen. Die notwendige Modernisierung des Sozialstaates verlangt nach neuen Steuerungsmodellen, Kooperationsformen und einer unternehmerischen Neuorientierung im Sozialen Sektor. Die vorliegende Masterthesis bietet anhand eines konkreten Unternehmensmodells einen inklusiven Lösungsansatz in politischer, wirtschaftlicher sowie pädagogischer Hinsicht.

Aus der Jury-Begründung: „Die Arbeit zeichnet sich u.a. durch die Breite der Fundierung aus: Sie erarbeitete die anthropologisch-ethischen, sozialpolitischen und rechtlichen Grundlagen und basiert die Unternehmenskonzeption auf einer gründlichen Sozialraum- und Branchenumfeldanalyse. Sie bewertet dessen volkswirtschaftliche, wissenschaftliche, sozialpolitische und gesellschaftliche Relevanz.“

> Download Dokumentation zur Arbeit von Monika Walbröl