Wissenschaftspreis ConSozial 2018

Ehrung der Preisträger des ConSozial Wissenschaftspreises

Zum zehnten Mal ist in diesem Jahr der ConSozial Wissenschafts-Preis vergeben worden, der herausragende Arbeiten im Sozialbereich würdigt.

In der Kategorie ‚wissenschaftlicher Nachwuchs‘ konnte Florian Bödecker mit seiner Dissertation an der Universität Heidelberg die Jury überzeugen. Für sein Lebenswerk wurde Prof. Dr. phil. habil. Heiner Keupp gewürdigt.

 

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v.l.n.r.: Prof. Dr. phil. habil. Heiner Keupp, Sandra Loew, Geschäftsführerin Dr. Loew Soziale Dienstleistungen. Kerstin Schreyer, Bayerische Staatsministerin sowie Florian Bödecker.

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Prof. Dr. phil. habil. Heiner Keupp

Für sein Lebenswerk wurde Prof. Dr. phil. habil. Heiner Keupp gewürdigt.

Ein Dreiklang zwischen Sozialraum – Empowerment – (mentaler) Gesundheit prägen besonders seinen Interessens- und Handlungsrahmen. Es geht ihm ebenso um Gesundheitsförderung sozial benachteiligter Jugendlicher, wie um die Teilhabe von Migrationsfamilien durch die Abwendung von Stigmatisierungen, aber er forscht auch zur deutschen Nationalsozialistischen Vergangenheit und den Herausforderungen des innerdeutschen Zusammenwachsens. Seine Kritik richtet sich auf Rechtsradikalismus und Gewaltbereitschaft, seine konstruktive Energie auf das Zusammenleben in der sich wandelnden Gesellschaft, z.B. beim Mehr-Generationen-Wohnen und durch freiwilliges burgerschaftliches Engagement.


Der Denker Keupp befasst sich bis heute immer aufs Neue mit der Aufgabe zu verstehen und zu kommunizieren, wie Individuen unter den ihnen gegebenen Lebensumständen ihre Lebensentwurfe zum Gelingen bringen können – und welche Kontexte hier helfen oder hindern. Der Macher Keupp tritt vehement für die tatsächlichen Gelingensbedingungen in Gemeinwesen ein in einer komplexen Gesellschaft im steten Wandel. Hierzu mahnt er sieben Bauelemente an: das Urvertrauen zum Leben, die Gleichzeitigkeit von Autonomie und Einbindung, den Lebenssinn, soziale Ressourcen in Netzwerken, materielles Kapital für Einbeziehung, partizipative Alltagskulturen und das soziale Engagement, das Selbstwirksamkeit vermittelt. Und der Macher Keupp leistet mit aller Kraft seinen Beitrag zur Gemeinschaft aller.


 

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Dr. phil. Dipl.-Päd. Florian Bödecker

Paarkonflikte bei Demenz - Vom Finden einer neuen Balance zum Finden einer neuen Basis

Mit seiner Dissertation an der Universität Heidelberg bewarb sich Florian Bödecker in der Kategorie ‚wissenschaftlicher Nachwuchs‘ für den ConSozial Wissenschafts-Preis.

Menschen in intimen Beziehungen haben heute gute Chancen miteinander alt zu werden. Die Qualität der Zweierbeziehung gewinnt im Alter einerseits an Bedeutung für das Wohlbefinden beider Partner, andererseits ist sie gleichzeitig aber auch durch Entwicklungsaufgaben herausgefordert: Mit dem Alter steigt das Risiko, pflegebedürftig zu werden, wofür die Demenzen ein Hauptgrund sind. Die Beziehungsqualität wird für beide Partner bei Demenz noch wichtiger. Obwohl die Beziehungsqualität für das Wohlbefinden beider Partner bei Demenz wichtiger wird, kann sie zunehmend durch Paarkonflikte gefährdet sein, die schon früh durch die Konfrontation mit Defiziten, Rollenveränderungen und Verhaltensveränderungen auftreten können. Diesen Konflikten, von denen Paare bei Demenz betroffen sind, geht das Dissertationsprojekt zu den Paarkonflikten bei Demenz nach.

Aus der Jury-Begründung: „Sowohl die wissenschaftliche Qualität dieser Forschungsarbeit, ihre Einbindung in einen internationalen Forschungszusammenhang als auch die hohe gesellschaftliche Relevanz der Thematik in alternden Gesellschaften, sowohl der innovative und kreative Umgang mit diesem schwierigen Thema als auch die lebenspraktische Relevanz der Ausrichtung seiner Forschungsarbeit für eine neu zu findende Basis einer Partnerschaft bei Demenz eines Partners überzeugen in jeder Hinsicht. Ein hochaktuelles, lebensweltlich eminent wichtiges Thema wird innovativ durchdrungen und wissenschaftlich überzeugend präsentiert. Ein in jeder Hinsicht preiswürdiges Dissertationsprojekt.“

> Download Dokumentation zur Arbeit von Dr. phil. Dipl.-Päd. Florian Bödecker