12.10.2017

Fachtag "Professioneller Umgang mit Gewalt"

Am 12. und 13. Oktober gastierten über 70 Mitarbeiter und Gäste von Dr. Loew Soziale Dienstleistungen im Landgasthof Grüner Baum in Kühnhofen zum 2-tägigen Fachtag „Professioneller Umgang mit Gewalt – Prävention, Deeskalation und Nachsorge“. Unter den Teilnehmern konnten auch Vertreter des Bezirks Bayern und der FQA Bayreuth begrüßt werden.

Die Entscheidung für diese hochkarätige Fachtagung ist auch aufgrund der Anforderungen des bayerischen Sozialministeriums gefallen. Sie sieht bei Trägern der Sozialwirtschaft einen zunehmend größer werdenden Qualifizierungs- und Handlungsbedarf in dem Themenbereich „Umgang mit Gewalt“. Für Dr. Loew stellte die Fachtagung eine wichtige Fortbildung dar, um die Mitarbeiter im professionellen Umgang mit Gewalt weiter zu qualifizieren. Zudem ist sie Auftakt für eine noch intensivere Beschäftigung mit der Thematik innerhalb des Gesamtunternehmens.

Für die drei Fachvorträge mit den Schwerpunkten Prävention, Deeskalation und Nachsorge konnten mit Andreas Basu, Peter Kraus und Oliver Hechtenberg drei exzellente Referenten und ausgewiesene Experten auf ihren Fachgebieten gewonnen werden. Andreas Basu, zertifizierter Trainer für gewaltfreie Kommunikation, zeigte im ersten Vortrag „Prävention“ sehr anschaulich auf, auf welche Weise Präventionsmaßnahmen den Umgang mit Gewalt im Vorfeld verhindern können. „Wenn durch aktives Zuhören erkannt wird, welche Bedürfnisse der Gegenüber im Moment hat, erleichtert dies die eigene Reaktion auf die Situation“ so Andreas Basu. Ziel sei es, eine Win-Win Situation zu erzielen.

Peter Kraus, Beauftragter der Medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz für Deeskalationsmanagement und Patientensicherheit, befasste sich um Anschluss mit dem Thema „Deeskalation in akuten Gewaltsituationen“. In einem durch und durch praxisorientieren Vortrag, verbunden mit vielen Rollenspielen, wurden viele Beispielsituationen aus dem Alltag der Dr. Loew Einrichtungen aufgearbeitet. „Wenn eine gute Beziehung zum Bewohner besteht, kann in Krisensituationen besser auf den Bewohner eingegangen und reagiert werden“ so seine Überzeugung

Im dritten Vortrag von Oliver Hechtenberg, Dozent in der Erwachsenenbildung sowie Deeskalations- und Lehrtrainer von ProDeMa®, wurde die „Nachsorge“ behandelt. „Aus dem Gewaltvorfall lernen und sich überlegen, was verändert werden kann um nicht mehr in solch eine Situation zu gelangen oder besser damit umzugehen“. Dabei ging Hechtenberg auch auf die Rolle der Kollegen und Vorgesetzten ein und zeigte sehr praxisrelevant auf, was gute und weniger gute Interventionen sein können.

Nach den jeweiligen Vorträgen konnten die Besucher in Plenumsdiskussionen in den fachlichen Austausch mit den Referenten gehen. Am Ende des zweiten Tages wurde die Teilnehmer dann in Gruppenarbeiten gebeten. Dort wurden ihre Erfahrungen zu dem Thema „Gewalt“ sowie Fragen zur Umsetzung der Präventions-, Deeskalations- und Nachsorge-Maßnahmen bei Dr. Loew zu diskutiert.

Danach wurden die Arbeiten im Plenum vorgestellt und diskutiert. In der Diskussion wurde schnell deutlich, dass beim Thema Gewalt alle in der Einrichtung lebenden Bewohner sowie auch die Mitarbeiter und Leitungskräfte beteiligt werden müssen.

Begleitet wurde die 2-tägige Veranstaltung von Carolin Görtler, die per „Visual recording“ eine Zusammenfassung der Veranstaltung in lebhaften Zeichnungen erstellte. Ihr visuelles Protokoll wurde allen Teilnehmern nach dem Fachtag zur Verfügung gestellt.


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