20.04.2017

Überraschungsgäste in Bühling

Schriftverkehr mit Kanzlerin macht Behindertenbeauftragten Helmut Plenk und MdB Alois Rainer zu Besuchern.

Das Geburtstagskind hatte ihm einen Schriftwechsel mit der Kanzlerin übermittelt: Deshalb war Kreis-Behindertenbeauftragter Helmut Plenk ins Haus Bühling aufgebrochen. Und weil es dazu passte, nahm er MdB Alois Rainer mit.

Heimbewohner Anton Meidinger feierte runden Geburtstag und durfte sich über die Überraschungsgäste freuen. Er hatte Helmut Plenk persönlich eingeladen. Unter anderem lag dieser Einladung auch ein Briefwechsel bei, indem er auch an die Bundeskanzlerin einmal geschrieben hat, da er von ihr etwas wissen wollte. Rainer nahm das Besuchsangebot gerne an und so kam es zu dem Treffen. Empfangen wurden die beiden vom Geburtstagskind und vom Heimbeirat. Nach der Gratulation überreichten sie kleine Präsente. Bei Kaffee und Kuchen wurden Plenk und Rainermit Fragen dann auch gelöchert.

Die Heimleiterin Annette Weraneck stellte das Haus vor: Demnach hat die Einrichtung unter dem Dach der Dr. Loew Soziale Dienstleistungen derzeit 55 Bewohner, verteilt auf fünf Wohngruppen mit angegliederten TSM Maßnahmen (tagesstrukturierende Maßnahmen). Zwei Bewohner leben in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft. 32 Vollzeitstellen dienen der direkten Betreuung und Pflege.

Im Haus Bühling nimmt man Frauen und Männer ab 18 Jahren mit leichter und mittelgradiger geistiger Behinderung/Intelligenzminderung und zum Teil zusätzlich bestehenden Doppeldiagnosen und herausfordernden Verhaltensweisen auf. Ziel des Hauses sei laut Weraneck die ganzheitliche und bedarfsgerechte Versorgung von Personen mit erhöhtem Pflegeaufwand. „Neben der pflegerischen Unterstützung bieten wir individuelle Hilfe und Förderung an“, berichtete sie den Gästen weiter. In einem strukturierten Tagesablauf werden die Klienten in die alltäglichen hauswirtschaftlichen Tätigkeiten und die Aktivitäten zur Selbstversorgung eingebunden. Darüber hinaus wird psychologische Unterstützung sowie vorbeugende und intervenierende Hilfestellung bei Krisensituationen geleistet.

Das Team setzt sich aus Fach- und Hilfskräften aus dem pflegerischen und pädagogischen Bereich zusammen, zum Beispiel Kranken-und Altenpfleger, Erzieher, Heilerziehungspfleger, Fachdienst. Für alle Gruppen ist eine Personalabdeckung rund um die Uhr gewährleistet. Die ärztliche Betreuung erfolgt durch regelmäßige Hausarztvisiten und durch Fachärzte.Das Personal pflegt enge Kooperationen mit der Kriseninterventionsstation des Bezirksklinikums in Mainkofen, dem Krankenhaus Viechtach und diversen Fachkliniken.

In den Bereichen alltägliche Lebensführung, individuelle Basisversorgung, Gestaltung sozialer Beziehungen, Teilnahme am kulturellen und gesellschaftlichen Leben, Kommunikation und Orientierung, emotionale und psychische Entwicklung, Gesundheitsförderung und Grund- sowie Behandlungspflege sei Ziel eine individuelle, ressourcenorientierte Hilfeplanung. Dazu gibt es tagesstrukturierende Maßnahmen sowohl hausintern in Bühling und Zellertal als auch extern in der TSM Wiesing. Das Spektrum reicht von Lohnaufträgen über Holzarbeiten bis hin zu kreativer Arbeit. Die arbeits- und beschäftigungstherapeutischen Angebote sind auf die Leistungsfähigkeit der behinderten Mitarbeiter abgestimmt.

Darüber hinaus umfasst das Angebot Maßnahmen zur Erweiterung der lebenspraktischen und sozialen Kompetenzen. „Bildungs-und Freizeitangebote  organisieren wir im Rahmen von Kursen wie Verkehrssicherheit, Malen und Zeichnen, Nähen und Tanzen“, sagte Weraneck. Zudem können die Bewohner an Besichtigungen, Theaterbesuchen sowie Urlaubs- und Bildungsreisen teilnehmen. Entspannungsraum, Weberei, Schreinerei, Arbeits-/Therapieräume und Gärten runden das Angebot ab.

Plenk und Rainer waren sichtlich angetan von dieser Einrichtung und diskutierten dann auch generell über das Thema Pflege und Pflegefachkräfte, sowie Umgang mit schwerbehinderten Menschen. Sie zogen sprichwörtlich beide den Hut vor den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern solcher Einrichtungen. Plenk, der ohnehin Experte auf diesem Gebiet ist, erläuterte dem Bundestagsabgeordneten genaue Daten über den Landkreis.


Quelle: Viechtacher Bayerwald-Bote vom 20.04.2017


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